
Johannes Martin Kränzle as Bartolo with Ensemble
(c) Staatsoper Hamburg
......
Rossini: Il barbiere di Siviglia, Hamburgische Staatsoper
(D: Welber, I: Gürbaca)
Hamburger Abendblatt:
Zuvor zu Beginn des Aktes erscheint nun der Graf, der schon als Student und als Soldat versucht hat, Bartolo auszutricksen, mit quietschrosa Yogamatte, und unterweist nicht nur Rosina im Singen, sondern auch den stocksteifen Bartolo in allerhand Asanas. Das ist virtuos hineinmontiert und bahnbrechend komisch, das Publikum kräht. Und zugleich wird der Fokus enger, ändert sich die Temperatur. Immer deutlicher spürt man Gürbacas Anteilnahme für Bartolo, Er ist der Einzige, dem die Kostüpmblidnerin Barbara Drosihn von Anfang an Farbei gegönnt hat. Ihm nimmt man, so grandios wie ihn Bariton Johannes Martin Kränzle verkörpert, seine Gefühle für Rosina ab. Als die dem Grafen das notarielle Jawort gegeben hat und Bartolo begreift, dass er verloren hat, legt sich für die Dauer eines Wimpernschlags eine geradezu schockierende Traurigkeit über die Szene.
IOCO:
Johannes Martin Kränzle, der Senior unter den Protagonisten, war ein gar nicht so übertrieben buffonesk wirkender Dr. Bartolo, dem von der Regie zwar auch einige Slapstick-artige Aktionen zugemutet wurden, die er jedoch mit einer gewissen Würde vollzog. Mit ihm stand eine Persönlichkeit auf der Bühne, welche auch gesanglich in seinen Szenen sowie in der kleinen Arie glänzen konnte.
Opera Today:
Johannes Martin Kränzle’s Dr Bartolo made a good fist of contrasting the pursuit of his own amorous intentions towards Rosina with a sense of puzzlement at a world he is increasingly unable to comprehend, let alone control.
Klassik begeistert:
Bariton Johannes Martin Kränzle war überhaupt nicht anzumerken, dass er vor gar nicht langer Zeit eine schwere Erkrankung samt heftiger Therapie zu meistern hatte, so souverän gelang sein Don Bartolo. Eitelkeit, Geiz, Spießigkeit und Pedanterie – all diesen Charakterzügen verlieh er stimmgewaltig Ausdruck... Er legte die Rolle des Doktor Bartolo mehr intellektuell nachsichtig, weniger verschlagen und damit auch sympathischer an.
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
|